Operation am „offenen Herzen“ bei geschlossenem „Brustkorb“
Jedes Jahr das Gleiche. Immer wenn man nach dem Winterschlaf den lieben Spider aus dem „Bett“ holt, hat sich „über den Winter“ eine Krankheit eingeschlichen. Der Kleine steht üblicherweise bei Oldtimer and Sportcars ( O & S ) und wie jedes Jahr machen die dann den allgemeinen Service zu Beginn der Freiluftsaison: Ölwechsel, Luftfilter kontrollieren, Kontrolle der Vorder- und Hinterachse, der Bremsanlage, Getriebe- und Hinterachsöl usw.
Es sah so gut aus – bis zum Kerzenwechsel. Wann war das das letzte Mal? Vor einem oder doch vor zwei Jahren? Schiminsky’s PC, die sind ja schlau diese Dinger, wusste es genau: Kerzen getauscht vor drei Jahren! Bei einer Laufleistung von ca 3000 - 5000 km im Jahr, ist das ja noch in Ordnung, im Gegensatz zu Öl und Ölfilter, die liebevolle Fahrer jedes Jahr wechseln sollten.
Na, jedenfalls, das Kerzengewinde ist hin. Nein, nicht am ersten oder zweiten Zylinder. Viel zu einfach! Ja, natürlich, am vierten Zylinder, ganz hinten also, dicht an der Spritzwand, da wo man keinen Platz hat zum Arbeiten, wo denn sonst?
Also, Kopf runter oder geht das auch anders? Einhellige Meinung: Der Zylinderkopf muss runter, da hinten kann man kein sauberes neues Gewinde schneiden! Ach du Sch… Was das wieder kostet!
Aber – nicht verzagen, „Dr.“ Schiminsky fragen. Uwe hat immer ein Herz für arme Beamte, versucht immer dessen Portmonee zu schonen (laut Duden geht das, hab ich extra nachgesehen, man darf aber auch Portemonnaie schreiben).
Nur, was ist, wenn das Gewinde durch die beengten Verhältnisse nicht exakt wird? Kaputtmachen kann man das nur einmal!! Kommentar von Uwe: „Dann nehmen wir eben einen neuen Kopf!“ Na, wenn das so ist!
Herr „Doktor“ nimmt sich also einen Gewindeschneider – und jetzt bitte Ruhe, nicht ansprechen, vor allem der Lehrer darf jetzt nicht weiterquatschen, keine lauten Geräusche – nur das Radio darf weiter dudeln. Und dann beginnt die Operation. Gaaanz langsam dreht sich der Gewindeschneider Millimeter für Millimeter in den kranken Zylinderkopf. Abtupfen, Herr Doktor?
Nach wenigen Minuten ist die Operation vorbei. Das neue Gewinde ist drin. Lebt der Patient noch? Schnell die Hülse eindrehen, Zündkerze dazu – leider müssen wir bis zum nächsten Tag warten. Der Kleber muss erst aushärten. Der Patient liegt also noch im Koma.
Samstagmorgen: Der Patient wird geweckt. Schlüssel umdrehen, Motor läuft, kein „ft-ft-ft-ft-ft“ mehr aus dem Zylinder. Nach einer etwas hitzigen Probefahrt – Vlotho, 11:30 Uhr, die Zündkerze sitzt! Patient wohl auf.
Danke, „Dr.“ Schiminsky.

